




Hersteller (Auto): Renault
Typ: Espace IV (Typ JK) 2.0T
Schadstoffklasse: Euro 4
Motor: F4R Turbo
Getriebe: Schaltgetriebe
Baujahr: 2004
KM-Stand bei Umrüstung: 46.000
Hersteller Gasanlage: Vialle
Typ: LPI
Tank: Unterflurtank, Hersteller Stako (PL), 83 Liter brutto.
FlashLube: Nein
Umrüster:
AISB Autogas InbouwService Baarlo, Niederlande
Umrüstkosten: 2.550 ? inkl. TÜV-Angelegenheiten und Zusatzfedern
Mehrverbrauch: noch nicht bekannt
Aussenbetankung: nach ACME-Norm inkl. Adapter auf Bajonett und DISH
Besonderheit dieser Umrüstung: Zusatzfedern von Carsupport auf der Hinterachse
Der Ablauf im Einzelnen:
Schon bevor wir unseren "neuen" Gebrauchten abgeholt haben, war ich Anfang März 2008 mit einem Mietwagen in Baarlo, um mich über die genauen Rahmenbedingungen der LPG-Umrüstung unseres Espace zu informieren. Hörte sich bis auf den Preis sehr gut an - der Preis lag zunächst bei 2.830 EUR inkl. TunAp-Zusatz und Leihwagen. Frühester Umrüsttermin seit in der dritten Aprilwoche 2008, das sei aber noch nicht sicher. Man nannte mir einen verbindlichen Termin: 19. bis 23. Mai 2008! Ach ja, alle AISB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, mit denen ich unmittelbar zu tun hatte, sprachen sehr gutes Deutsch - man muss also keine Angst haben, dass man sich nicht verständigen kann!
Einen Tag nach der Abholung des Espace bin ich dann nochmal zu AISB gefahren, damit man prüfen konnte, ob tatsächlich ein 83 Liter-Tank unter den JK passt. Das Problem wäre ggf. die starre Anhängerkupplung, die dem Einbau eines grossen Tanks möglicherweise im Weg ist. Ein Mechaniker nam den Espace kurz in Augenschein und meinte, dass man mindestens einen 67 Liter-Tank einbauen könne, möglicherweise auch den 83 Liter-Tank - das könne man erst genau beurteilen, wenn das Reserverrad und die Seilwinde zum Hochziehen des Reserverads entfernt sei. Eventuell müsse man etwas von den "überflüssigen" Teilen der Anhängerkupplung wegschleifen, man versuche aber auf jeden Fall, den 83 Liter-Tank zu verbauen.
Dann habe ich erwähnt, dass ich nicht unbedingt TunAp haben müsse und es eventuell auch ohne Leihwagen geht. Weiterhin nannte ich den Namen eines zufriedenen AISB-Kunden, der das gleiche Auto fährt und auf dessen Empfehlung ich zu AISB gegangen bin. Man kam mir daraufhin preislich auf 2.550 EUR entgegen. In Sachen Umrüsttermin erlebte ich eine Überraschung: ein Kunde war am vergangenen Montag nicht pünktlich erschienen - man konnte aber am Vormittag noch nicht sagen, ob er nicht vielleicht noch am Nachmittag kommen würde. Mir wurde zugesagt, dass mein Renault umgerüstet werden könne, wenn dieser Kunde absagt.
Der Chef von AISB war nicht sehr davon erbaut, dass ich auf TunAp verzichten wollte. Er meinte, dass ich ihm dann unterschreiben müsse, dass ich auf eigenen Wunsch auf TunAp verzichte. Nach einer wirklich kurzen Diskussion über das Für und Wider in Sachen "TunAp" sagte er, dass sein genannter Preis von 2.550 EUR auch inklusive TunAp und inklusive Leihwagen gelte. Das ist doch was!
Mit der wirklich sehr netten AISB-Mitarbeiterin Susann van der Coelen habe ich vereinbart, dass ich am Dienstagmittag angerufen werde, wenn eine Umrüstung noch in dieser Woche möglich sei. Und siehe da - schon am Montagnachmittag klingelte mein Handy: Dienstagmorgen geht's los! Prima!
Das ganze Procedere war vollkommen problemlos: Espace abstellen, ein Mechaniker macht eine kurze Probefahrt und beurteilt dann, ob der Wagen auf Benzin einwandfrei läuft. Wenig Papierkram, vorwiegend für den Leihwagen. Dann ab gen Heimat (knapp 50 km von Baarlo entfernt) im Leihwagen - ein VW Caddy mit 75 PS, aber immerhin mit Gasanlage. Abholtermin für den Espace war Karfreitag, 21. April 2008... in den Niederlanden ist Karfreitag kein Feiertag, da sind alle Geschäfte geöffnet.
Da AISB am Freitag normalerweise nur bis 15 Uhr geöffnet hat, ich aber um 14.30 Uhr schon etwas nervös wurde, weil noch niemand angerufen hatte, hab ich zum Hörer gegriffen und mal nachgefragt. Natürlich hatte ich prompt Frau van der Coelen an der Strippe, die mir 100%ig zugesagt hat, sofort anzurufen, wenn absehbar ist, dass mein Auto fertig ist. Und so war's dann auch: wenige Minuten vor 17 Uhr klingelte mein Handy. Dann hiess es ab in den Caddy, auf Richtung Baarlo. Kurz vorher noch erste Tankerfahrungen in Holland gemacht, da der Tank des Caddy natürlich wieder gefüllt werden musste. Erstes Aha-Erlebnis: 31 Liter getankt, 17 EUR bezahlt!
Bei AISB hat uns nach Erledigung des Papierkrams und Bezahlung der Rechnung (dort kann man nur bar bezahlen, keine EC- oder Kreditkarten!) der Chef an die Hand genommen und uns die Umrüstung gezeigt und erklärt.
Das Reserverad wurde in der mitgelieferten Reserveradtasche von Vialle in den Kofferraum gelegt, ebenso die abgebaute Seilwinde, mit der der Reserverad unter den Wagenboden gezogen wurde. Die Tankadapter für die Niederlande und Italien lagen im Wagen, ebenso das Reifenpannenkit von Vialle (Dichtmittel und Mini-Kompressor in einer Nylontasche). Uns wurden die im Motorraum eingebauten Komponenten gezeigt und erklärt, der unter der Tankklappe verbaute Betankungsanschluss (ACME) gezeigt und kurz erklärt, was passiert, wenn man den Gastank leergefahren hat. War also alles prima!
Der Wagen sprang sofort an und schaltete (da der Motor noch leicht warm war) nach ca. 20 Sekunden auf Gas um. Der AISB-Chef fuhr dann noch den Espace aus der Halle und schickte uns auf den Heimweg.
Jetzt bleiben mir nur die beiden negativen Punkte, die die Umrüstung bei AISB mit sich brachte... vermutlich, weil dort der Teufel los war (Fr. v. d. Coelen meinte, dass seit 16 Uhr ein Auto nach dem anderen abgeholt werde), hat man vergessen, die Einstellung der Xenon-Scheinwerfer des Espace nach dem Einbau der Zusatzfedern zu korrigieren. Wir haben das zunächst gar nicht gemerkt - da aber der Heimweg fast vollständig über Landstrassen führt, wurde der Gegenverkehr wohl stark geblendet und hat uns angeblinkt. Mit zunehmender Dunkelheit haben wir dann bemerkt, dass wir zwar die Verkehrsschilder hervorragend beleuchten, nicht aber die Strasse vor uns. Das Problem konnte ich - zuhause angekommen - mit Heimwerkermethoden beheben. Ich habe provisorisch die Einstellschrauben für die Höhe des Lichtkegels so verstellt, dass niemand mehr geblendet wird. Eine korrekte Einstellung lasse ich in der nächsten Woche in der Werkstatt vornehmen.
An dieser Stelle vielen Dank an die Mädels (!) und Jungs aus dem
Espace-Profi-Hilfe-Chat und die User des
Autogas4You-Forums. Dort habe ich meine Lichtproblemchen kundgetan und mir wurde nahezu zeitgleich auf beiden Plattformen ein Grund für das Problem und eine Problemlösung präsentiert.
Das zweite Problemchen der Umrüstung soll auch nicht unerwähnt bleiben. Trotz meiner Hinweise auf den Einbau eines Tankfoppers wurde ein solcher nicht eingebaut. Seitens AISB hat man wohl einige Erfahrungen mit der Umrüstung von Espace III (Typ JE). Dort würde immer per Laptop der Bordcomputer umprogrammiert, so dass der entweder Benzin- oder Gasfüllstand anzeigen würde. Für den JK hat man es nicht geschafft, einen Tankfopper hielt man nicht für erforderlich. Heute sind wir 200 km Autobahn am Stück gefahren - der Stand der Benzinanzeige ist gefallen, obwohl wir auf LPG gefahren sind... however, ein Schönheitsfehler, aber nichts Weltbewegendes.
Insgesamt haben wir aktuell knapp 450 km auf LPG zurückgelegt. Der Espace läuft genauso wie auf Benzin, weder spritziger noch schlapper. Wir als Normalfahrer konnten jedenfalls keinen Unterschied zum Benzinbetrieb feststellen.
Nach heutigem Stand der Dinge würde ich die Umrüstung sofort wieder bei AISB durchführen lassen.

Natürlich muss die Autogas-Anlage nach der TÜV-Abnahme in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. In meinem Fall war das so viel, dass man ne zweite Seite an den KFZ-Schein (neumodisch: Zulassungsbescheinigung Teil I) antackern musste.
Hier die Eintragungen in meinen Papieren:

